Vom Hörsaal in die Praxis: IBZ Studierende zu Besuch bei Belimo
Samstagmorgen, 8.30 Uhr in Hinwil: Während andernorts das Wochenende gerade erst beginnt, versammeln sich gut zehn Studierende der IBZ – Schule für Technik, Bau und Industrie – am Eingang der Belimo. Nach dem ersten Kaffee und einer kurzen Vorstellungsrunde geht es direkt hinein in die Welt der Hydraulik. Für die Studenten des 6. Semesters HF Gebäudetechnik ist der Besuch besonders passend: Im aktuellen Praxissemester geht es darum, das Wissen aus den vergangenen Semestern dort anzuwenden, wo es später zählt – im echten Berufsalltag.
Initiiert wurde der Praxistag von Thomas Kandt, Dozent für moderne, energieeffiziente Hydraulik an der IBZ; empfangen wurde die Gruppe von Julian Hangartner, Gebietsverkaufsleiter Ostschweiz bei Belimo. Fachkundig und persönlich sorgte er von Anfang an dafür, dass die Studierenden einen guten Einblick in das Unternehmen bekommen – in die Geschichte und die Entwicklungen, die Belimo bis heute prägen.
Von 1975 bis zum Raumklima der Zukunft
1975 gegründet, entwickelte sich Belimo zu einem international tätigen Spezialisten für die Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik. Das Unternehmen ist heute in über 80 Ländern aktiv und beschäftigt weltweit mehr als 2'800 Mitarbeitende. Eine Innovation aus der Unternehmensgeschichte, die die IBZ-Studenten zum Staunen brachte: Belimo entwickelte den weltweit ersten Steckmotor.
Heute stehen Themen wie Energieeffizienz, Automatisierung und Raumklima im Zentrum. Für die angehenden Gebäudetechniker besonders relevant – schliesslich geht es in ihrem späteren Arbeitsalltag genau darum, verschiedene technische Systeme sinnvoll zusammenzubringen.
Julian Hengartner vertiefte diese Inhalte mit konkreten Beispielen aus der Praxis. Dabei bezog er die Studierenden immer wieder direkt ein. Aus neuen Produkten und technischen Begriffen wurden so konkrete Anwendungen, über die diskutiert und gemeinsam nachgedacht wurde.
Hydraulik zum Ausprobieren
Dann wurde es praktisch: An der Hydraulikwand des Belimo Experience-Center konnten die Studierenden verschiedene Aufgaben bearbeiten und das Gelernte unmittelbar anwenden. Auf dem Programm standen Aufgaben rund um hydraulische Grundschaltungen und -abgleiche, Ventilauslegungen und Co. Die ideale Ergänzung zu den theoretischen Themen des Kurses von Thomas Kandt, in dem er sich der modernen und energieeffizienten Hydraulik widmet.
Für Yannick Zürcher, der als Sanitärplaner in einem Ingenieurbüro arbeitet, ist genau diese Verbindung von Theorie und Praxis ein Highlight seines aktuellen Semesters: «Das Praxissemester ist herausfordernd, aber cool – weil man alles, was man gelernt hat, umsetzen kann.»
Besonders schätzt er die breite Ausrichtung der Weiterbildung: «Man lernt über alle Gewerke hinweg.» Gleichzeitig sei es anspruchsvoll, sich immer wieder in neue Bereiche einzuarbeiten.
Verschiedene Gewerke, verschiedene Lösungen
Auch Flavio Rüttimann, Gebäudetechniker und -planer aus Luzern, möchte sich nach dem Studium in Richtung Projektleitung weiterentwickeln. Die breite Ausbildung kommt ihm dabei entgegen. «Gut ist, dass mehrere Gewerke abgedeckt werden», findet auch er.
Der Besuch bei Belimo zeigte ihm zudem den Wert verschiedener Herstellerlösungen. Genau dieser Vergleich sei später hilfreich, wenn es darum geht, für eine konkrete Aufgabe die passende Lösung zu finden.
Praxissemester als Sprungbrett
Die HF Gebäudetechnik verbindet Heizung, Lüftung, Klima, Kälte und Sanitär und bereitet die Studierenden darauf vor, komplexe Projekte ganzheitlich zu planen und zu koordinieren.
Im 6. Semester wird diese Breite nun besonders spürbar: Das Wissen aus den vergangenen Semestern soll sich im Berufsalltag bewähren.
«Man muss sich schon gut organisieren», sagt Flavio über das Studium. Es sei anspruchsvoll, die Weiterbildung mit dem eigenen Beruf unter einen Hut zu bekommen – aber genau darin liege auch der Mehrwert.
Der Besuch bei Belimo brachte die Praxisnähe auf den Punkt: Produkte kennenlernen, Zusammenhänge verstehen, selbst ausprobieren und verschiedene Lösungen beurteilen.
So wird aus Unterricht echte Berufskompetenz – und aus dem letzten Semester ein wichtiger Schritt in Richtung Projektleitung und Verantwortung in der Gebäudetechnik.
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